




Lassen Sie sich nicht von den Einbrechern aus Ihrer Wohnung locken, damit die Einbrecher diese dann ungestört ausräumen können:
Stellen Sie sich vor, Sie erhalten morgens kurz nach 8:00 Uhr folgenden Telefonanruf:
„Guten Morgen, hier Unfallklinik, Intensivstation. Ihr Ehepartner hat auf dem Weg zur Arbeit einen schweren Unfall erlitten und ist hier soeben eingeliefert worden. Bitte kommen Sie so schnell wie möglich her. Unsere Anschrift lautet…“
Was würden Sie tun? Sicher schnell das Nötigste einpacken und sofort losfahren. Die Empfängerin des Anrufes ist nicht losgefahren, denn ihr Mann hatte Urlaub und lag neben ihr im Bett. Zweck des Anrufes war, sie zu veranlassen, für einige Zeit die Wohnung zu verlassen, damit die Einbrecher genügend Zeit hätten, diese ungestört auszuräumen. Es heißt also, Nerven zu bewahren und durch einen Kontrollanruf festzustellen, ob tatsächlich höchster Alarm angesagt ist. Wenn es sich aber um eine Finte handelt, könnte man die Polizei benachrichtigen und zum Schein tatsächlich die Wohnung verlassen, damit die Einbrecher schon beim Versuch gestellt werden können.
Ich fahre morgens immer mit dem Fahrrad zum Bahnhof und habe eines Tages festgestellt, dass mein Fahrrad aus unserem Carport gestohlen worden ist. Am nächsten Tag stand es allerdings wieder an seinem Platz und am Lenker hing eine Plastiktüte mit einem Briefumschlag:
„Wir haben uns Ihr Fahrrad ausgeliehen, weil wir dringend eines benötigten. Zum Dank und als kleine Wiedergutmachung zwei Eintrittskarten für Holiday on Ice übermorgen Abend. Viel Spaß und vielen Dank“.
Natürlich haben wir uns sehr gefreut und sind vergnügt zu Holiday on Ice gegangen. Völlig verstört waren wir allerdings, als wir nach der Rückkehr unsere Wohnung aufgebrochen und verwüstet vorfanden. Jetzt war uns klar, dass wir von den Einbrechern übel hereingelegt worden waren.
Der Zetteltrick
Die Täterin geht zunächst wie bei dem Taschenträgerinnentrick vor, stellt die Einkaufstasche aber nicht vor der Wohnungstür ab, sondern fragt dort nach einem Zettel und einem Stift, weil sie angeblich jemandem eine Nachricht hinterlassen will. Unter diesem Vorwand kommt sie dann mit in die Wohnung hinein, achtet aber darauf, dass die Tür nicht geschlossen wird. In der Küche verwickelt sie das Opfer in ein Gespräch, währenddessen eine zweite Täterin in die Küche kommt und dem Opfer Kopftücher oder Tischdecken zum Kauf anbietet. Derart abgelenkt, bemerkt das Opfer nicht, wie sich eine dritte Täterin in die Wohnung schleicht und das Schlaf- und Wohnzimmer nach Wertsachen durchwühlt.
Der Deponiertrick
Ein netter junger Mann klingelt an der Tür und behauptet, den selben Namen wie das Opfer zu haben. Er verwickelt das Opfer in ein Gespräch, bei dem es ihm gelingt, das Wohnzimmer zu betreten. Sobald er bei dem Opfer ein gewisses Vertrauen erlangt hat, fragt er, ob er bei ihm Geld deponieren darf. Er zeigt dem Opfer ein dickes Bündel Geldscheine und erreicht, dass ihm das eigene Geldversteck in der Wohnung des Opfers gezeigt wird, in das er auch sein Bündel legt. Bald darauf überlegt er es sich doch anders, nimmt das Geld wieder an sich und verlässt die Wohnung. Das Opfer stellt dann erschreckt fest, dass sich in dem Geldversteck nur noch ein Bündel Papier zwischen zwei echten Geldscheinen befindet.
Der Einkaufswagentrick: „Kleinvieh macht auch Mist“
Vermeiden Sie, am Supermarkt den Einkaufswagen mit Geldmünzen zu „füttern“, denn gewisse Tätergruppen haben es einzig und allein auf Ihre Münzen abgesehen. Entweder sie verschwinden ganz einfach mit Ihrem noch fast leeren Einkaufswagen, aus dem sie irgendwo die Ware entfernen, um sich dann an der Kassenschlange vorbeizudrängeln und die Münze schließlich zu kassieren. Oder sie kommen mit einem fremden Einkaufswagen, für den man keine Münze braucht, in den Supermarkt, um ihn unauffällig gegen den Ihren auszutauschen. Die dritte Variante ist ein Einkaufswagen mit einem wertlosen Plastikchip, der gegen den Ihren mit der Münze ausgetauscht wird. Wem fällt schon auf, dass sich keine Münze mehr in dem Einkaufswagen mit den Sachen, die man hineingelegt hat, befindet, sondern ein Chip? Wer ruft wegen so etwas schon die Polizei?
Die wirtschaftliche Bedeutung dieser Straftaten wird erst erkennbar, wenn man bedenkt, dass diese Täter den ganzen Tag nichts anderes tun, und abends leicht 150,00 bis 200,00 EUR ergaunert sind.
Kommen Sie den Tätern doch ganz einfach zuvor, und verwenden auch Sie prinzipiell nur einen Plastikchip, um Ihren Einkaufswagen von der Kette zu haken.